"100 Jahre Bochumer Symphoniker" – Unsere Ausstellung zur Geschichte des Orchesters

 

Im Jahr 2009, als die BoSy ihr 90jähriges Jubiläum begingen, entstand der erste Teil unserer Poster-Ausstellung zur Geschichte des Orchesters. Jetzt, zum 100jährigen, haben wir sie in erweiterter und aktualisierter Form neu aufgelegt.

Falls Sie die Ausstellung am Jubiläumswochenende 18. bis 20. Mai nicht oder nicht genügend gründlich haben ansehen können:

Hier können Sie die Plakate nochmal in Ruhe betrachten.

Ein Mausklick führt jeweils zu einer vergrößerten Version, ein weiterer zu einer noch größeren, so dass Sie alles bequem lesen können.

Viel Freude!

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BoSy on Tour

Die BoSy-Fans in Weilburg
Konzert in der Schlosskirche

BoSy Pur eröffnen Weilburger Schlosskonzerte am 31. Mai 2019

Freundeskreis begleitet das Orchester zum Eröffnungskonzert

Ein klassisches Konzert folgt traditionell gewachsenen Regeln. Das Orchester sitzt in vorbestimmter Aufstellung auf dem Podium, der Dirigent steht vor den Musikern auf einem Podest und weist streng, unter Einsatz seines ganzen Körpers, den Musikern den Weg durch eine Komposition. Für den Konzertbesucher wie für den Musiker sind die Hierarchien klar erlebbar.

„Wie befreiend und begeisternd es sein kann, diese Pfade zu verlassen, das haben die Bochumer Symphoniker zum Auftakt der Weilburger Schlosskonzerte 2019 eindrucksvoll vorgeführt: Unter stehenden Ovationen aller (!) Besucherinnen und Besucher endete nach knapp zwei Stunden der ebenfalls im Stehen dargebotene, faszinierende Musikgenuss mit Werken von Mozart und Beethoven. … in der Tat war während des Konzerts in Weilburg gut zu sehen, wie intensiv die Musiker miteinander im Kontakt stehen,“ so Klaus P. Andrießen im Weilburger Tageblatt vom 3.6.2019.

Die Bochumer Symphoniker versprachen Musik in ihrer pursten Form: lebendig, bewegend, authentisch und mitreißend zur Eröffnung der diesjährigen Weilburger Schlosskonzerte mit

  • Wolfgang Amadeus Mozart – Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 G-Dur KV 216
  • Wolfgang Amadeus Mozart – Ouvertüre zu Hochzeit des Figaro
  • Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

„Es war eine Offenbarung, wie frisch und neu die Bochumer das Werk strahlen ließen. … Nicht zuletzt mit seinen Kadenzen erweist sich Raphael Christ dabei als ein Solist von hoher Eigenständigkeit.

In einem Vortrag voller Gefühl, präziser Intonation und federnder Rhythmik (klang nach der Pause) Mozarts Ouvertüre aus ‘Figaros Hochzeit’ auf. So aufregend hat die wohlbekannte Musik lange nicht mehr geklungen.“

Und nach Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 2 „gibt es für das Publikum kein Halten mehr: Alle erheben sich von ihren Sitzen und spenden rauschenden, anhaltenden Applaus. Und sie bekommen eine großartige Zugabe: ein Satz aus Felix Mendelssohn Bartholdys (1809–1847) Italienischer Symphonie‘. Zwei Stunden voller neuer Musikerfahrungen sind zu Ende,“ lautet das Fazit des Kritikers im Weilburger Tageblatt.

Auch in der FAZ zeigte sich Axel Zibulski positiv beeindruckt: „Das Publikum hatte den Geiger nach der zweiten Programmhälfte vollends ins Herz geschlossen, die Christ von der Spitze der ersten Geigen aus leitete. Mozarts Ouvertüre zur Oper ‘Le Nozze di Figaro’ leitete über zu einer wiederum treibenden, knackig klaren und auf Spaltklang zielenden Wiedergabe von Beethovens Sinfonie Nr. 2 D-Du r op. 36, die von hoher Präzision geprägt war. Eine noch schnellere Zugabe folgte in Gestalt des Saltarello-Finales aus Mendelssohns vierter, der ‘Italienischen’ Sinfonie.“

Fröhliche Mienen beim Empfang

Bei einem Empfang in den Räumen der oberen Orangerie hatten die mitgereisten Freundeskreis-mitglieder Gelegenheit zum Gespräch mit den Musikern und untereinander. Ein perfekter Abschluss dieses großartigen Konzertabends.

Nach der Übernachtung in Hadamar gab es noch eine Dombesichtigung in Limburg und einen kleinen Stadtrundgang bevor die Busreise wieder nach Bochum führte. Ein besonderer Dank gilt unserem Vorstandmitglied Elisabeth Röthel für die Organisation dieser Fahrt.

Wenn die Musiker zu ihrem Publikum kommen

Konzert in der St.-Vinzentius-Kirche Harpen
Klezmer-Lieder zum Abschluss des Konzerts in der Synagoge
Konzert in der Stiepeler Dorfkirche

9 Stadtteilkonzerte –  9 mal BoSy vor Ort

Besonderes Engagement der Orchestermitglieder

– Alleinstellungsmerkmal unseres Orchesters

1994 feierten die Bochumer Symphoniker ihr 75jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums wurde im Kreis der Orchestermusiker die Idee geboren, nicht immer nur das Publikum zum Orchester kommen zu lassen, sondern einmal pro Spielzeit den umgekehrten Weg zu gehen: die Musiker kommen zu ihrem Publikum in die Stadtteile.

Die Musiker der Bochumer Symphoniker laden ein

Gedacht, getan – und mit Unterstützung der Orchesterdirektion umgesetzt. Seit 25 Jahren werden diese Stadtteilkonzerte von den Musikern für ihr Publikum organisiert und durchgeführt. Eine Woche lang, mit von den Musikern ausgewählten Programmen, organisiert und an wechselnden Orten in jeweils kleiner Besetzung aufgeführt. Ein großer Aufwand ist dazu erforderlich: von der Auswahl der Spielstätten, der Programmauswahl über die Besetzung bis hin zum Transport der Instrumente und sonstigen Notwendigkeiten. Und manchmal müssen auch noch Stühle geschleppt werden, wenn – wie diesmal hie und da geschehen – die Zahl der Besucher plötzlich größer ist als die Zahl angebotener Sitzplätze.

Außerdem spielt das Salonorchester der BoSy in dieser Woche zusätzlich in Bochumer Altenheimen und Senioreneinrichtungen Kaffeehausmusik für Menschen, die nicht mehr zu Konzerten kommen können.

Entstanden sind die Stadtteilkonzerte in einer Zeit, als es den BoSy nicht so gut ging. Besucherrückgang und fehlende Zukunftsaussichten beflügelten die Idee, die Musik zu den Bürgern zu tragen. Eine Idee, die Früchte trug. Die Stadtteilkonzerte sind in diesen 25 Jahren zu einem Alleinstellungsmerkmal der Bochumer Symphoniker geworden. Nirgendwo sonst in Deutschland wird über einen so langen Zeitraum ein so außergewöhnliches Programm regelmäßig angeboten.

Der Freundeskreis unterstützt unsere BoSy bei den Stadtteilkonzerten finanziell, denn trotz ehrenamtlichen Engagements der Musiker fallen dennoch Kosten an, die getragen werden müssen.

Mehr als 1.500 Besucher fanden sich in diesem Jahr bei den acht Konzerten in den Stadtteilen ein, und noch einmal etwa 800 Besucher verfolgten das Abschlusskonzert im Musikforum am Samstagabend, darunter eine beachtliche Zahl Bochumer, die zum ersten Mal im Musikforum waren. Ein toller Erfolg für die Orchestermusiker und ein Zeugnis für das wachsende  Interesse der Bochumer Bevölkerung an klassischer Musik.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden an den Instrumenten und hinter den Kulissen!

Und „Auf Wiedersehen“ im nächsten Jahr, im zweiten  Jahrhundert der Bochumer Symphoniker!

 

 

 

 

 

Fotos (in der Reihenfolge):
Horst Erich Pforr
Friedrich-Ernst Düppe
Klaus Schimmelpfennig

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Ein Sitz für Kids!

Bei den Bochumer Symphonikern tut sich viel in Sachen „Musikvermittlung“ und „Konzertpädagogik“. Mit dem neuen Musikforum hat dies alles nun auch ein neues Zuhause! Es ist ein Ort, an dem sich Musik hören und erleben lässt, an dem jeder neugierige Mensch jeden Alters mit musikvermittelnden Angeboten zu neuen, klingenden Horizonten aufbrechen und ganz in die Welt der Musik eintauchen kann.

Das Format BO-TON bietet Musikvermittlung mit verschiedenen Formaten – ein Riesenangebot! Bereits in der Eröff­nungs­saison 2016/2017 konnten im Mu­sik­forum allein in der Musikvermittlung 14.000 gro­ße und kleine Bochumer erreicht werden – darunter Familien, Kitagruppen, Schulklassen.

Damit auch die Kleinsten nicht nur hören, sondern auch sehen können, wollten wir Sitzerhöhungen für sie anschaffen. Nach gründlichen Überlegungen zusammen mit dem Architekten, Herrn Kock, und der Orchesterleitung entschieden wir uns für handwerklich gefertigte, 15 cm hohe Sitzpolster aus dem gleichen Stoff wie die Sitze selbst, die funktionell sind und dem schönen Saal ästhetisch gerecht werden. Das hat natürlich seinen Preis: ca. 130 €.

Zur Ermöglichung dieses Vorhabens hatten wir unter dem Motto

Ein Sitz für Kids!

Denn zum Hören gehört auch das Sehen!

zu Spenden aufgerufen, um zunächst 30 Sitzpolster anschaffen zu können.

Und wieder fanden sich viele Spender – nicht nur aus dem Freundeskreis:

Karl Bauer
Elke und Dr. Friedrich Clever
Dr. med. dent. Erich Gehrke
Monika und Wolfgang Heckmann
Angelika und Prof. Dr. Rolf Hüpen
Lore Ponthöfer
Elisabeth und Klaus Röthel
Ella und Dr.-Ing. Klaus Schimmelpfennig
Guda Springorum
Brigitte und Hans-Thilo Vogelgesang
art Hotel Gastronomie GmbH Tucholsky
Jörg Bödeker
Annette Böhler-Borck
Uwe Bortfeld, Lünen
Svenja und Dr. med. Peter Breil
Klaus-Uwe Eichler
Elisabeth und Prof. Dr. med. Ulf Eysel
Dipl.-Ing. Gerhard Gabriel
Eva Gottschall und Gunter Themlitz
Dipl.-Chem. Rolf Grewe
Reinhard Hachenberger
Jörg und Nina Heinemann
Agnes Hintz
Annegret Hintz-Düppe und Friedrich Ernst Düppe
Maria Kampmann-Buhlbäcker
und Prof. Winfried Kampmann
Christa Morgenstern
Prof. Dr. Hans Christian Müller
Herwarth und Ute Reich
Dipl.-Geogr. Konrad Ruprecht
Hanno Schmidt, Hannover
Ute Schmidt und Norbert Knyala
Dr. Bernhard Wiebel
Svenja und Dr. med. Peter Breil
Prof. Maria Friesenhausen-Balkenhol
Christine Hüttemann
Lucia Jacobi
Prof. Dr. Christian und Heide Rieger
Gertrud und Dr. Albrecht Wegner
(alle aus Bochum, soweit nicht anders angegeben)

Am 22. Februar 2018 wurden 30 Sitzerhöhungen von der beauftragten Bochumer Polsterei geliefert. Das Foto rechts zeigt Frau Katharina Boll, seit Kurzem Mitarbeiterin der Orchesterleitung und verantwortlich für den Aufgabenbereich „Musikvermittlung und Konzertpädagogik“, wie sie von den Polstern „Besitz ergreift“. Es war sogar noch Geld übrig; hiervon wurden gegen Ende 2018 10 weitere Sitzerhöhungen beschafft – diesmal 10 cm hoch, damit nicht ganz Kleine nicht zu groß werden.

Allen Spenderinnen und Spendern danken wir sehr, sehr herzlich – nicht zuletzt im Namen unseres „musikalischen Nachwuchses“.

Anneliese Brost Musikforum Ruhr als „gutes Bauwerk” ausgezeichnet

Ansicht vom Kerkwege aus
Das Kirchenfoyer
Zwischenfoyer mit Kirchenportal

Zum siebten Male hat der Bund Deutscher Architekten BDA am 9. November 2017 die „Auszeichnung guter Bauten” in Bochum, Hattingen, Herne und Witten vergeben. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr in einer Feierstunde im Kunstmuseum Bochum das Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum.

Die Jury, bestehend aus namhaften Architektinnen und Architekten aus NRW unter dem Vorsitz des Bochumer Architekturprofessors Erhard An-He Kinzelbach, würdigte das Musikforum als ein überzeugendes und vielschichtiges Gebäude für die Öffentlichkeit und den kulturellen Austausch.

Herausgestellt wurden die entwurflichen Überlegungen der Architekten Bez + Kock, die profanierte Kirche St. Marien als Ausgangspunkt für das Gesamtkonzept zu wählen. Das besondere Nutzungskonzept beider Seiten des Bestandsbaus und die raffinierte Besetzung des Kirchenschiffes als neuer Eingang und Verteilerraum für die beiden benötigten Säle resultiere im Angebot eines dritten Saales, der für spezielle Veranstaltungen bereits rege genutzt wird. Die Jury lobte die städtebauliche Setzung und die diagrammatische Klarheit, die in einem unerwarteten Raumpotential resultiert.

lm lnneren würden nach deren Worten durch großzügige Erschließungsflächen vielfältige Raumaneignungen ermöglicht, die weit über die reine Konzertnutzung hinausgehen. Zusammen mit dem Kirchenfoyer und der Nutzung des Multifunktionssaals durch die Musikschule werde hierdurch aus dem Haus ein durch und durch öffentliches Gebäude.

lm großen Konzertsaal gelinge der Spagat zwischen dem Wunsch nach maximaler Nähe des Orchesters zum Publikum und der raumökonomischen Notwendigkeit der „shoebox”-Typologie in beeindruckender Art und Weise. Eine Vielzahl an „ersten Reihen” erzeuge das Gefühl, mitten drin zu sein. Zusammen mit der gelungenen Materialität lasse dies den Saal zu einem architektonischen Schmuckstück werden.

Dass das Orchester als Hauptnutzer das Bauwerk schon kurz nach der Einweihung überschwänglich lobe und die Bürger der Stadt sich bereits in hohem Maße mit demselben identifizieren würden, zeige, dass Architekten und Planer, aber auch die Stadt Bochum als öffentlicher Bauherr in breitem Bündnis mit Bürgerschaft, Politik und Wirtschaft alles richtig gemacht hätten.

Die „Auszeichnung guter Bauten” in Bochum Hattingen Herne Witten ist eingebunden in die zeitgleich landesweit stattfindenden Auszeichnungen der jeweiligen BDA Gruppen. Die landesweite Durchführung der „Auszeichnung guter Bauten” bildet den Auftakt eines Reigens, der mit dem Architekturpreis Nordrhein-Westfalen (2018) und dem Architekturpreis Nike (2019) fortgeführt wird. Architektinnen und Architekten, Stadtplanerinnen und Stadtplaner können sich gemeinsam mit ihren Bauherren bewerben. Gemeinsam ist das Stichwort, denn die „Auszeichnung guter Bauten” ist ein Team-Preis für die gelungene Kohärenz von Architekt und Bauherr.

Alle Fotos: © Brigida González, Stuttgart

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Neu: Unser Newsletter!

Da die Erfahrung lehrt, dass diese Seiten nicht so oft aufgesucht werden, wie es zu wünschen wäre, haben wir uns vorgenommen, unseren Mitgliedern in unregelmäßigen Zeitabständen einen „Newsletter” zukommen zu lassen. Damit wir aber auch über den Kreis unserer Mitglieder hinaus Wirkung entfalten können, kann der jeweils aktuelle Newsletter hier von jedermann heruntergeladen werden.

 

Hier ist bereits unsere Nummer 5 - 2019!

Die Foyer-Bänke sind da!

Im Rahmen einer ziemlich spontanen Aktion haben sich mehrere Freundeskreismitglieder bereitgefunden, für vielfach als wünschenswert angesprochene Sitzgelegenheiten im Kirchenfoyer unseres Musikforums Ruhr die erforderlichen Mittel zu spenden. Die in Bochum beheimateten „Werkstätten Dickerhoff“, die bekanntlich auch die Holzvertäfelungsarbeiten im Innern des Musikforums ausgeführt hatten, haben sechs Bänke mit passender Oberfläche aus Kirschholz in solide-sachlicher Gestaltung hergestellt. Das hat runde 4.800 € gekostet und ist komplett durch die Sonderspenden abgedeckt.

Den Spenderinnen und Spendern
•     Elke und Dr. Friedrich Clever,
•     Annegret Hintz-Düppe und Friedrich-Ernst Düppe,
•     Renate Heinz,
•     Lore Ponthöfer,
•     Elisabeth und Klaus Röthel,
•     Ella und Dr. Klaus Schimmelpfennig
sei herzlich gedankt.

Musikforum Ruhr: Im Zeitplan – im Budget – im Vergleich vorn!

Forbes, das bedeutende US Wirtschaftsmagazin, lobt das Musikforum Ruhr in Bochum für die Einhaltung des Bauzeitplans und des Budgets. Bochums Musikforum schneidet  im Vergleich mit Hamburgs Elbphilharmonie und Münchens geplantem neuem Konzerthaus sehr gut ab.

Hamburgs Elbphilharmonie überragt alle, nicht nur im Hafen, sondern auch beim Zeitverzug bis zur Eröffnung und – von den Kosten ganz zu schweigen. In München und London ist man noch nicht so weit. Die Projekte dümpeln dahin. Aber tief im Westen, so drückt Forbes-Autor Jens F. Laurson es aus, da wurde das Ding gestemmt. Bochum, aus New Yorker Sicht eine kleine Stadt im Ruhrgebiet, glänzt nun nach seinen Worten mit einer eleganten Konzerthalle, die ein unprätentiöses kleines Juwel ist. Und Laurson („Nein, ich habe keine Null vergessen!“) zeigt sich begeistert von der Tatsache, dass man bei 34 Millionen Euro veranschlagten Kosten mit nicht mal ganz 40 Mio. Euro ausgekommen ist.

Ausgerechnet hier, im „toten Punkt mitten in Deutschlands bevölkerungsreichstem Ballungsraum, dem Ruhrgebiet“ so Jens F. Laurson, hat am 27. Oktober 2016 ein neues Konzerthaus seine Tore für das Publikum geöffnet. Nach knapp einem Jahrhundert des Vorliebnehmens mit behelfsmäßigen Spielstätten für die ehrwürdigen Bochumer Symphoniker, die nächstes Jahr 100 werden, verfügt die Stadt nun über ein zünftiges Musikzentrum und hat das Orchester ein hochverdientes Zuhause im Anneliese Brost Musikforum Ruhr.

Die Orchestermusik hatte, wie  Laurson schreibt, in Bochum lange Zeit einen schweren Stand, nicht nur wegen Ermangelung eines wirklich geeigneten Veranstaltungsortes oder angemessenen Probenraumes, sondern auch, weil es in mehr oder weniger unmittelbarer Nachbarschaft,  in bequemer Hörweite, viele andere Orchester gibt: Dortmunder Philharmoniker, Düsseldorfer Symphoniker, Duisburger und Essener Philharmoniker und wohl auch die Nordwestdeutsche Philharmonie.

Und der Kritiker Laurson stellt beim Herumgehen im neuen Saal die gute Klangtransparenz fest, was dem großen Saal eine analytische Note verleiht. „Trotz seiner Fähigkeit, Mahler mit Leichtigkeit aufzunehmen, klang er auch unmittelbar geeignet als Kammermusiksaal, was nicht verwundert, da er – gemessen an der Zahl der Plätze – nicht viel größer ist als der Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses.“  Eine besondere Erwähnung findet dabei die Bestuhlung des Saales, die ausreichend Beinfreiheit und Bequemlichkeit bietet.

Und Jens F. Laurson zeigt sich begeistert von der ehrlichen, transparenten, nicht übermäßig trockenen und unmittelbaren Akustik, die sich überall als sehr gut und sehr einheitlich erwies. „Der Bochumer Saal – so viel kleiner und weniger ambitioniert er ist – hat die homogenere, transparentere und praktikablere Akustik“, findet er.

Kann es ein schöneres Kompliment für unser Musikforum Ruhr in Bochum geben? Und auch die Besucher haben das ihre dazu beigetragen, indem sie für viele ausverkaufte Konzertabende in der ersten Saison im neuen Haus sorgten.

Original:  Forbes, New York, Jul 20, 2017; On Time, On Budget: Bochum's New Concert Hall Might Be A Better Model Than Hamburg's Elbphilharmonie, by Jens F. Laurson

Diesen Beitrag können Sie hier im Original lesen. Falls Sie den Beitrag lieber auf Deutsch lesen möchten: Hier ist eine unsererseits erstellte Übersetzung.

Hintergrund:

Forbes ist eines der erfolgreichsten Wirtschaftsmagazine weltweit und erscheint 14-tägig in New York mit einer Auflage von über 900.000 Exemplaren. Forbes wurde 1917 vom schottischen Einwanderer Bertie Charles Forbes gegründet und ist noch heute in Familienbesitz. Forbes ist für die vielen Ranglisten zu verschiedenen Themen bekannt, beispielsweise:

  • die jährliche Liste „Die Milliardäre der Welt“, die weltweit alle Personen aufführt, deren geschätztes persönliches Vermögen eine Millirde US-Dollar übersteigt,
  • die Liste „Die mächtigsten Personen der Welt“, eine Rangliste der derzeit 72 mächtigsten Menschen der Welt.

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Mitgliederversammlung 2019

Die diesjährige 46. Mitgliederversammlung fand am 25.06.2018 um 19:00 Uhr statt – diesmal im Paul-Spiegel-Saal der Bochumer Synagoge. Die erste halbe Stunde war einer Besichtigung der Synagoge gewidmet. Nach dieser interessanten „Einstimmung“ eröffnete der Vorsitzende, Herr Konrad Ruprecht, die Versammlung, begrüßte die Teilnehmer und stellte die Form- und Fristwahrung der Einladung fest. 50 Mitglieder waren anwesend Das Protokoll der vorjährigen Mitgliederversammlung wurde sodann einstimmig genehmigt.

In seinem Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr begrüßte der Vorsitzende zunächst all diejenigen, die seit der letzten Mitgliederversammlung beigetreten waren, und hob das damit bekundete Bekenntnis zu persönlichem Engagement hervor, das in Zeiten, in denen immer wieder Kultur gegen andere Belange der Stadtgesellschaft ausgespielt wird, eine hohe Wertschätzung verdient. Darauf dankte er zunächst den Kolleginnen und Kollegen im Vorstand für die konstruktive Zusammenarbeit sowie dem Ingenieurbüro Stangenberg & Partner, in dessen Räumlichkeiten der Vorstand regelmäßig tagt, für dessen Gastfreundschaft.

Dann folgte sein Bericht über Aktivitäten, besondere Ereignisse und Vorstandsbeschlüsse in der Periode zwischen den Mitgliederversammlungen 2018 und 2019:

  • Exklusivkonzert am 23. März 2018 für die Mitglieder des Freundeskreises mit dem Programm der unmittelbar bevorstehenden Reise nach Korea.
  • Hörprobe mit Führung durch das Musikforum 120 Mitglieder des Freundeskreises im April und Mai 2018.
  • Herr Thomas Kipp, seit März 2018 geschäftsführender Betriebsdirektor der BoSy, stellt sich am 2. Mai dem Vorstand des Freundeskreises vor.
  • Gespräche mit dem  Orchestervorstand am 23. Mai, am 25. September und am 27. Februar 2019 über Planungen zum Jubiläumsjahr, das Format „BoSy vor Ort“ und über exklusive Programmvorschauen für FK-Mitglieder.
  • Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Orchestermitglieder stellen sich vor“ am 9. Juni im Tana‘s; Asako Tedoriya spricht über ihren musikalischen Werdegang.
  • Mitwirkung beim  BoSy-Familientag am 24. Juni im und am Musikforum; Motto: „Rund um Beethoven“.
  • Start des Projektes „Gemeinsam ins Konzert“ 7. Dezember.
  • Programmvorschau aus Sicht der Orchestermusiker exklusiv für Freundeskreismitglieder am 8. Dezember durch Asako Tedoriya und Arend Weitzel.
  • Gespräch am 9. Januar 2019 zwischen Freundeskreisvorstand, dem Betriebsdirektor und dem Orchestervorstand über Prinzipien zur Förderung von Projekten allgemein sowie die wesentlichen Förderprojekte für das Jahr 2019.
Rudolf Schulz-Dornburg, GMD 1919–1925 Zeichnung von Emil Stumpp
  • Präsenz und Mitgliederwerbung bei den neun Konzerten der sich zum 25. Mal jährenden Reihe „BoSy vor Ort“ in der Woche 5. bis 9. März und dem Abschlusskonzert im Musikforum.
  • Ausrichtung des Empfangs nach dem Freundeskreiskonzert am 25. Mai im Kleinen Saal des Musikforums. Aufräumaktion rund um das Musikforum am 11. Mai aus Anlass des bevorstehenden Jubiläumswochenendes.
  • Mitwirkung bei dem umfangreichen Angebot im Rahmen des Jubiläumswochenendes zum 100jährigen Bestehen der BoSy am 18./19. Mai.
  • Erarbeitung der an diesem Wochenende präsentierten Ausstellung „100 Jahre BoSy“.
  • Überreichung eines Geschenkes des Freundeskreises an den dem Orchestervorstand nach dem „Geburtstagskonzert“ am 20. Mai: Ein Portrait des ersten GMD, Rudolf Schulz-Dornburg, aus den 1920er Jahren, gezeichnet von dem damals sehr bekannten Pressezeichner Emil Stumpp.
  • Konzertreise zu den diesjährigen Weilburger Schlosskonzerten gegen Ende des Berichtszeitraumes.

Auf folgende Vorstandsbeschlüsse im Berichtszeitraum (im Rahmen von sechs Sitzungen) wies der Vorsitzende hin:

  • Anschaffung weiterer Sitzerhöhungen und Schutzbezüge
  • Anschaffung von technischem Equipment (Ipad, Beamer + Leinwand) für die Durchführung des Formats „Lauschbilder“
  • Übernahme der Kosten für die Schülerkarten und Pausengetränke im Rahmen des Projekts „Konzertpatenschaften“ in den Spielzeiten 2018 / 2019 sowie 2019 / 2020
  • Finanzielle Unterstützung der Konzertreihe „BoSy vor Ort“ in der Spielzeit 2018 / 2019
  • Finanzielle Unterstützung der Konzertreihe „BOSY PUR“ in der Spielzeit 2018 / 2019
  • Finanzielle Unterstützung der „Konzert-Rallye“ am Jubiläumswochenende im Mai 2019
  • Übernahme der Kosten der von zwei Vorstandsmitgliedern erarbeiteten Ausstellung „100 Jahre BoSy“

Schließlich sprach er das weiterhin erfreulich hohe Niveau der Mitgliederzahl an: Das Kalenderjahr 2018 startete mit einer Mitgliederzahl von 656 und endete bei 654. Am 25. Mai 2019 konnte als Folge der Aktivitäten am Jubiläumswochenende eine Steigerung auf 675 Mitglieder gezählt werden.

 

Es folgte der Bericht des Schatzmeisters Dr. Klaus Schimmelpfennig, hier tabellarisch wiedergegeben:

Vermögen am 31.12.2017

29.315,04

Einnahmen 2018

 

Beiträge 2018

15.100,00

 

 

 

periondenfremde Beiträge

     275,00

 

 

 

Spenden

17.498,23

 

 

Spenden für 2 weitere Foyerbänke, Sitzerhöhungen usw.   6.130,00

 

Spenden für "Gemeinsam ins Konzert"

     700,00

39.703,23

Ausgaben 2018

 

Verwaltungskosten

  1.908,86

 

 

 

Mitgliederbetreuung, -werbung

  3.563,73

 

 

 

Kosten Geldverkehr, Postfach

     199,70

 

 

 

Rechts- u. Beratungskosten

     184,21

 

 

 

Förderungen

  8.008,25

13.864,75

Vermögen am 31.12.2018

55.153,52

Im Rahmen der anschließenden Aussprache über die Berichte wurden diverse Fragen aus dem Plenum gestellt. Es ging um das Einsparpotenzial bei den Portokosten, die Nachfolge von GMD Sloane, die Förderung der  Reihe „BOSY PUR“,  die ca. 100 freien Plätze beim angeblich ausverkauften Geburtstagskonzert, Geländer an kritischen Stellen des Großen Saales sowie die unzureichende und überwiegend negative Berichterstattung der WAZ über die Bochumer Symphoniker und ihre Konzerte. Der Vorstand beantwortete die Fragen größtenteils zur Zufriedenheit bzw. sagte Befassung mit Kritik und Anregungen zu.

Nach dem Bericht der Rechnungsprüfer, aus dem sich eine einwandfreie Kassenführung ergab, erfolgte – einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen – die Entlastung des Vorstandes.

Entsprechend der Satzung war der komplette Vorstand neu zu wählen. Alle Vorstandsmitglieder wurden – wiederum einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen – wiedergewählt. Desgleichen wurden die bisherigen Rechnungsprüfer fast einstimmig wiedergewählt, sowie Frau Eva Gottschall als stellvertretende Rechnungsprüferin.

Herr Ruprecht gab danach folgenden Ausblick auf geplante Aktivitäten und Veranstaltungen:

  • Nächste Musikervorstellung im Tana´s: 07.09.2019.
  • Konzerte mit Patenschaften „Gemeinsam ins Konzert“ am 11.10.2019, 17.01.2020 und 13.05 2020.
  • Diskussion mit der Orchesterdirektion über ein neues Format von regelmäßigen Programmvorschauen.
  • Planung von  technik-orientierten Führungen für kleine Gruppen im Musikforum.

Nach der ehrenden Nennung eines Mitgliedes, das seit 40 Jahren dem Freundeskreis angehört, und einer großen Zahl von Mitgliedern, die seit 25 Jahren dabei sind, wurde schließlich unter „Sonstiges“ noch die Frage gestellt, warum es kein Vorkaufsrecht für Freundeskreismitglieder gebe, bevor Karten in den freien Verkauf gehen, wie dies den Mitgliedern des Schauspielhaus-Freundeskreises seit Jahren angeboten werde. In Antwort hierauf wurde erläutert, dass der Vorstand des Freundeskreises das Thema seit 3 Jahren mit der Orchesterdirektion diskutiere. Jüngst sei in einem Gespräch mit Herrn Schiefelbein, dem Geschäftsführer von Bochum Marketing, geklärt worden, dass es von dort keine Bedenken gegen ein Vorkaufsrecht gebe.

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Letzte Änderung: 17.07.2019