Zum Abschied von GMD Steven Sloane

Es war schon lange bekannt: Im Juni 2021 geht die Ära Steven Sloane – so kann man es nach 27jährigem Wirken durchaus nennen – als Generalmusikdirektor der Stadt Bochum und Chefdirigent der Bochumer Symphoniker sowie seit 2016 als Intendant des „Anneliese Brost Musikforum Ruhr“ zu Ende.

Ein hoffentlich würdiger Nachfolger ist gefunden; nun galt es, Abschied zu nehmen.

Groß waren die Pläne: Richard Wagners Ring des Nibelungen sollte im Musikforum in Szene gesetzt werden . . . und sicherlich noch Manches mehr. Nur hatte die Corona-Epidemie einen gründlichen Strich durch diese Rechnung gemacht. Da wurde viel nachgedacht, was gleichwohl möglich sein könnte.

Um unter Einhaltung der einschränkenden Bedingungen möglichst viele Elemente des Programms realisieren zu können, hatten sich die BoSy sehr frühzeitig und intensiv auf das Streaming von Konzertprogrammen konzentriert. Den Beginn dieser Aktivität im Mai 2020 hatten wir finanziell ermöglicht. Im vergangenen Mai dirigierte Steven Sloane drei dieser Livestream-Konzerte selbst.

Teil der Verabschiedung sollte auch ein populäres Konzertprogramm auf der Bühne am Konrad-Adenauer-Platz (KAP) des Bermudadreiecks sein. Da aber auch für den Juni noch Publikumsbeschränkungen bei Open- Air-Veranstaltungen zu erwarten waren, wurde stattdessen geplant, eine Videoproduktion von etwa einer Stunde Länge mit beliebten musikalischen Nummern – verbunden durch Moderation und Gespräche zwischen Steven Sloane und wichtigen Bochumer Wegbegleitern (auch uns) – zu produzieren und diese die vierte Juniwoche über mittels einer Großleinwand auf der Bühne am KAP tagsüber durchgehend in einem Loop zu präsentieren.

Wir erhielten am 25. Mai dieses Jahres den Antrag, dies mit ca. 20.000 € finanziell zu unterstützen. Noch vor Abschluss der Beratungen in unserem Vorstand – recht mühsam per Video-Konferenzen – entschied sich die Orchesterdirektion jedoch, dies nicht zu realisieren, auch mit Blick auf die Fußball-EM und die Wetterprognosen.

Gegen Ende Juni wurde es dann immerhin möglich, zwei Projekte „live“ – wenn auch mit stark beschränkter Hörerzahl – in die Tat umzusetzen:

Am Freitag, dem 25. Juni, brachte Steven Sloane sein „altes“ und sein „neues“ Orchester gemeinsam auf die Bühne: Die BoSy und das Jerusalem Symphony Orchestra führten gemeinsam mit dem Rundfunkchor Chor Berlin Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2, die „Auferstehungssymphonie“, unter seiner Leitung auf. Damit den rund 200 Mitwirkenden pandemiegerecht  auseichend Raum gewährt werden konnte, musste diesmal unser Musikforum der Jahrhunderthalle Bochum den Vortritt lassen. Das Konzert wurde um 18 Uhr per Livestream und zeitversetzt vom WDR3 ab 20 Uhr im Hörfunk übertragen.

Und nachdem es bis Anfang Juni wegen der Corona-Pandemie nicht danach aussah, dass eine Veranstaltung mit Gästen möglich sein würde, konnten die BoSy kurzfristig doch noch zu Steven Sloanes Abschied eine  Abschieds-Gala am 26. Juni um 20 Uhr im Musikforum mit dem Orchester und Beiträgen ausgewählter Gäste und Weggefährten „auf die Beine stellen“.

Steven Sloane und sein langjähriger Wegbegleiter, unser Ehrenvorsitzender Dr. Peter Dönninghaus

Nur 150 geladene Gäste im knapp 1000 Zuschauer fassenden Saal konnten dabei sein. Der scheidende GMD stand diesmal nicht selbst am Pult, sondern verfolgte die Abschiedsfeier gemeinsam mit seiner Frau und seinen erwachsenen Kindern aus der ersten Reihe im Hochparkett. Was geschehen würde, hatte ihm niemand gesagt. „Lass dich überraschen, Steven“, rief – wie die WAZ wiedergab – der Komponist Moritz Eggert ihm zu, der als Moderator durch die zweistündige Feier führte.

Und dann nahm viel Offizielles und Originelles seinen Lauf: NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen wie auch Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) ergriffen das Wort; letzterer überreichte dem GMD eine Ehrenurkunde zur Ernennung zum „Ehrendirigenten auf Lebenszeit“. Heitere Grußbotschaften von Herbert Grönemeyer, mit dem Sloane seit Jahren eine gute Freundschaft verbindet, der Sängerin Marlis Petersen aus Wien, des Violinisten Philippe Quint aus der Corona-Quarantäne in Seoul sowie des Kabarettisten Frank Goosen folgten per Video-Übertragung.

Und natürlich gaben die BoSy (in kleiner abstandwahrender Besetzung) unter Leitung der früheren GMD-Assistenten Harry Curtis und Svetoslav Borisov sowie der derzeitigen Assistentin Magdalena Klein allerlei Musik und musikalische Schwänke zum Besten. Solistisches trugen der Tenor Christoph Pregardien mit zwei Mahler-Liedern und der Schauspieler Dominique Horwitz mit einigen Chansons von Jacques Brel bei.

Natürlich durfte auch das Steiger-Lied nicht fehlen – allerdings dargeboten in einer amüsanten „Verpackung“ in der Hymne aus „Star Wars“, die Magdalena Klein gekonnt arrangiert hatte. Überhaupt sollen, wie zu hören war, viele Ideen und Gestaltungen dieses höchst gelungenen Abends von ihr ausgegangen sein. Chapeau!

Final  erklang dann nicht etwa Grönemeyers „Bochum“, sondern der Fan-Song des von Sloane geliebten Baseball-Teams „L.A. Dodgers“, den er vollständig und voller Freude mitsang.

                                                    ***

Übergabe des Abschiedsgeschenkes durch die Vorstandsmitglieder (v. l.) Hans Neubauer, Dr. Klaus Schimmelpfennig und Elisabeth Röthel. Links der Künstler Thomas Zehnter

Wir, der Freundeskreis, waren in all das nicht eingebunden, können uns also mit keiner dieser Federn schmücken. Immerhin waren die Vorstandsmitglieder samt Begleitungen zu der Gala eingeladen. Da hieß es überlegen, was dem GMD zu seinem Abschied verehrt werden könne. Wir entschieden uns, den Bochumer Künstler Thomas Zehnter mit der Schaffung eines Bildes mit dem Thema „Musikforum“, das dauerhaft von seinem Wirken in Bochum zeugt, zu beauftragen. Dieses haben wir bei dem Stehempfang auf der West-Terrasse des Hauses im Anschluss an die Gala überreicht (siehe Bild). Außerdem schenkten wir ihm zwei gewichtige Kartons voller Exemplare unserer Dokumentation „100 Jahr BoSy“ (siehe unten) mit der Idee, dass er diese an neuen Ufern in aller Welt zur Illustration seines Wirkens und Bochum und „seiner“ Bochumer Symphoniker verwenden könne.

Fotos: Peter Wieler

Resonanzpodeste für Celli und Kontrabässe

Übergabe auf Distanz
Die Schenkungsurkunde

Im Anschluss an die Generalprobe zum Streaming-Konzert am 25. März 2021 „BoSy-Concerto – Phantome der Oper“ konnten wir – geschöpft aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden – wieder ein Geschenk an das Orchester übergeben. Zehn Resonanzpodeste für die Celli und Kontrabässe ergänzen zukünftig die Ausstattung der Musikerinnen und Musiker der Bochumer Symphoniker und tragen damit zu einem hörbar besseren Klang des Orchesters bei. Die Übergabe erfolgte in einer kurzen „Zeremonie“ auf der Bühne – mit pandemie-gerechter Distanz zwischen den Akteuren. Nach einer kurzen Ansprache unseres Vorsitzenden Konrad Ruprecht überreichte Schatzmeister Dr. Klaus Schimmelpfennig die Schenkungsurkunde. Stellvertretend für das Orchester dankte sodann der Solo-Paukist Arend Weitzel, Mitglied des Orchestervorstandes der BoSy, den Mitgliedern des Freundeskreises für diese Schenkung, wobei er folgendermaßen schloss: „Für mich persönlich ist das schönste an diesem Geschenk, dass wieder einmal auf ganz praktische und handfeste Weise die Verbundenheit unseres Freundeskreises mit den Musikerinnen und Musikern des Orchesters zum Ausdruck gebracht wird, und darüber freue ich mich, freuen wir uns, und dafür möchte ich noch einmal ganz ganz herzlich Dankeschön sagen.“

Dies war – nach den Notenpulten, den Sitzerhöhungen sowie den Sitzbänken für das Foyer – bereits die vierte derartige Aktion seit der Eröffnung des Musikforums. Die zehn Resonanzpodeste nebst zugehörigen Transportkisten haben einen Wert von ca. 30.000 Euro.

Noch am gleichen Abend konnten einige dieser Podeste im Rahmen des Livestream-Konzertes von den Musikern genutzt werden.

Bei der Errichtung des Musikforums hatte bekanntlich auf jegliche derartige Ausstattung verzichtet werden müssen, damit das Budget nicht überschritten würde – was ja auch sensationell gelang. Bei unseren Überlegungen zur Ausstattung der Bühne mit Podesterie des Musikforums hatte zunächst die Optik im Mittelpunkt der Überlegungen gestanden. Sehr schnell stellte sich aber in den Gesprächen mit dem Orchestervorstand heraus, dass weder die Erhöhung der Sitzpositionen für die Musikerinnen und Musiker noch die Optik die wichtigste Rolle spielten, sondern vielmehr die Klangverbesserung für die tiefen Streichinstrumente.

Asako Tedoriya gibt Erläuterungen

Intensiv hatten sich die Solo-Kontrabassistin Asako Tedoriya und der Solo-Cellist Wolfgang Sellner mit dieser Frage beschäftigt. Die Recherche führte zu dem Bremer Hersteller Resonanzio, dessen Resonanzpodeste sich mit ihrem transparenten und obertonreichen Klang sowohl für solistische Zwecke als auch für das Spielen im Orchester bewährt haben. Entwickelt wurden sie vom Solo-Kontrabassisten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, Matthias Beltinger, und dem Möbeltischler Bernhard Prössler, der auch langjährige Erfahrung im Instrumentenbau besitzt.

Die Übergabe – ergänzt durch Erläuterungen von Wolfgang Sellner und Asako Tedoriya – wurde in einem Video festgehalten, das wir Ihnen hier präsentieren:

Dokumentation der Ausstellung "100 Jahre Bochumer Symphoniker"


Das 100jährige Jubiläum der Bochumer Symphoniker mit seinen vielen hierauf bezogenen Veranstaltungen liegt nun schon geraume Zeit zurück. Wir, der „BoSy-Freundeskreis“, waren unter anderem mit einer Plakat-Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart des Orchesters beteiligt.

Da diese Ausstellung nur relativ kurze Zeit zu sehen war, hat sich eine kleine Gruppe aus unseren Reihen – heute nennt man das „Task Force“ – daran gemacht, eine Dokumentation dieser Ausstellung zu erarbeiten. Eine projektbezogene Spende hat uns dies ermöglicht.

Dieser 60seitige Band ist nun gerade noch rechtzeitig vor Ablauf des ersten Jahres nach dem Jubiläum fertig geworden, und wir haben ihn bereits mit großem Verteiler im Orchester sowie in Stadt und Region verbreitet.

Etliche Exemplare haben wir noch in Reserve. Wenn Sie eines hiervon erhalten möchten, senden wir es Ihnen gern, solange der Vorrat reicht, gegen eine „Schutzgebühr“ von 5 € zur Deckung der Versandkosten usw.

Überweisen Sie hierzu diesen Betrag bitte – unter Angabe Ihrer Postanschrift unter „Verwendungszweck“ – auf unser Konto:

Kontoinhaber: Freundeskreis zur
Förderung der Bochumer Symphoniker
Institut: Sparkasse Bochum (BIC: WELADED1BOC)
IBAN: DE08 4305 0001 0001 2010 03

Unser aktueller NEWSLETTER 02.2021

Unseren NEWSLETTER senden wir unseren Mitgliedern stets individuell zu. Damit er auch anderen Interessierten zur Verfügung steht, stellen wir ihn hier auch auf unsere Hompage.

Immer noch bestimmt die Pandemie auch für uns die Neugkeiten, die wir unseren Mitgliedern und anderen Musikfreunden zukommen lassen. Diesmal ist es nur ein "Kurzbrief", der auf die anstehenden Livestream-Konzerte der BoSy aufmerksam machen und den Zugang zu ihnen im Netz erleichtern soll. Alles nur ein Ersatz für die so sehr vermissten Darbietungen im Musikforum, aber doch hinsichtlich Klang, Bild und Bildregie ziemlich perfekt!

 

Ein Mausklick auf die Abbildung rechts öffnet den NEWSLETTER!

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Freundeskreiskonzert fördert BoSy Pur als Livestream

Ein besonderes BoSy Pur Konzert fand am 3. Mai 2020 um 20 Uhr statt. Geplant war dieses Konzert als Freundeskreiskonzert der Spielzeit 2019/20. Auf das Konzert und den anschließenden Empfang mussten wir wegen Corona verzichten, nicht aber auf einen besonderen Teil des Konzertprogramms.

Nachdem Corona den Besuch im Musikforum verhindert, hatten sich Raphael Christ und sieben Kolleginnen und Kollegen entschlossen, das Oktett Es-Dur op. 20 von Felix Mendelssohn Bartholdy per Livestream aufzuführen, exakt zur Pur-Konzertzeit, also am Mittwoch den 13. 5. um 20 Uhr.

Ebenso, wie wir in normalen Zeiten die jährlichen Freundeskreiskonzerte finanziell fördern, haben wir die Kosten dieser Produktion getragen.

Der Erfolg übertraf alle Erwartungen. Bereits am Donnerstagmittag betrugen Zugriffszahlen:

  • Youtube: 1.500 Zugriffe,
  • Facebook: 1.300 Zugriffe,
  • Homepage: 860 Zugriffe.

Das sind für ein erstes Mal richtig gute Werte, die zu Weiterem ermuntern.

Auch jetzt noch erreichen Sie die Konzertaufzeichnung, indem Sie hier klicken. Mitte Mai 2021 waren es bereits 6985 Zugriffe auf youtube.

Etliche andere Videos wie auch jeweils anstehende Livestram-Konzerte können Sie übrigens auf dem Youtube-Kanal https://www.youtube.de/c/bochumersymphoniker erreichen.


        Wenn die Musiker zu ihrem Publikum kommen

        Konzert in der St.-Vinzentius-Kirche Harpen
        Klezmer-Lieder zum Abschluss des Konzerts in der Synagoge
        Konzert in der Stiepeler Dorfkirche

        9 Stadtteilkonzerte –  9 mal BoSy vor Ort

        Besonderes Engagement der Orchestermitglieder

        – Alleinstellungsmerkmal unseres Orchesters

        1994 feierten die Bochumer Symphoniker ihr 75jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums wurde im Kreis der Orchestermusiker die Idee geboren, nicht immer nur das Publikum zum Orchester kommen zu lassen, sondern einmal pro Spielzeit den umgekehrten Weg zu gehen: die Musiker kommen zu ihrem Publikum in die Stadtteile.

        Die Musiker der Bochumer Symphoniker laden ein

        Gedacht, getan – und mit Unterstützung der Orchesterdirektion umgesetzt. Seit 25 Jahren werden diese Stadtteilkonzerte von den Musikern für ihr Publikum organisiert und durchgeführt. Eine Woche lang, mit von den Musikern ausgewählten Programmen, organisiert und an wechselnden Orten in jeweils kleiner Besetzung aufgeführt. Ein großer Aufwand ist dazu erforderlich: von der Auswahl der Spielstätten, der Programmauswahl über die Besetzung bis hin zum Transport der Instrumente und sonstigen Notwendigkeiten. Und manchmal müssen auch noch Stühle geschleppt werden, wenn – wie diesmal hie und da geschehen – die Zahl der Besucher plötzlich größer ist als die Zahl angebotener Sitzplätze.

        Außerdem spielt das Salonorchester der BoSy in dieser Woche zusätzlich in Bochumer Altenheimen und Senioreneinrichtungen Kaffeehausmusik für Menschen, die nicht mehr zu Konzerten kommen können.

        Entstanden sind die Stadtteilkonzerte in einer Zeit, als es den BoSy nicht so gut ging. Besucherrückgang und fehlende Zukunftsaussichten beflügelten die Idee, die Musik zu den Bürgern zu tragen. Eine Idee, die Früchte trug. Die Stadtteilkonzerte sind in diesen 25 Jahren zu einem Alleinstellungsmerkmal der Bochumer Symphoniker geworden. Nirgendwo sonst in Deutschland wird über einen so langen Zeitraum ein so außergewöhnliches Programm regelmäßig angeboten.

        Der Freundeskreis unterstützt unsere BoSy bei den Stadtteilkonzerten finanziell, denn trotz ehrenamtlichen Engagements der Musiker fallen dennoch Kosten an, die getragen werden müssen.

        Mehr als 1.500 Besucher fanden sich in diesem Jahr bei den acht Konzerten in den Stadtteilen ein, und noch einmal etwa 800 Besucher verfolgten das Abschlusskonzert im Musikforum am Samstagabend, darunter eine beachtliche Zahl Bochumer, die zum ersten Mal im Musikforum waren. Ein toller Erfolg für die Orchestermusiker und ein Zeugnis für das wachsende  Interesse der Bochumer Bevölkerung an klassischer Musik.

        Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden an den Instrumenten und hinter den Kulissen!

        Und „Auf Wiedersehen“ im nächsten Jahr, im zweiten  Jahrhundert der Bochumer Symphoniker!

         

         

         

         

         

        Fotos (in der Reihenfolge):
        Horst Erich Pforr
        Friedrich-Ernst Düppe
        Klaus Schimmelpfennig

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        Mitgliederversammlung 2021

        Auch die 48. Mitgliederversammlung 2021 musste aufgrund der Corona-Pandemie ebenso wie die vorige in schriftlicher Form abgehalten werden. In seinem Geschäftsbericht sprach der Vorsitzende, Herr Ruprecht, die diversen Projekte an, die dem Freundeskreis in besonderem Maße am Herzen liegen – Stadtteilkonzerte, Konzertpatenschaften, Konzertreisen, Programmvorschauen, Begegnungen mit neuen Orchestermitgliedern usw. – und die der Pandemie zum Opfer fielen.

        Er dankte sodann seiner Kollegin und seinen sechs Kollegen im Vorstand für das Voranbringen größerer Projekte trotz des deutlich gedrosselten Musikbetriebs und berichtete weiterhin über die vorige Mitgliederversammlung mit ihrem besonders hohen Aufwand durch das schriftliche Verfahren mit dem zu erreichenden Quorum von 50 %. Diese Bedingung sei ein weiterer Anlass gewesen, die bereits im Jahr 2019 begonnene Initiative zur Anpassung der letztmalig im März 2012 geänderten Vereinssatzung zu intensivieren und dabei die besagte hohe Hürde zu senken. Die Neufassung der Satzung wurde jetzt den Mitgliedern zur Abstimmung vorgelegt (siehe unten).

        Nur einmal – am 1. September 2020 – habe sich der Vorstand aufgrund „Corona“ zu einer Sitzung treffen können. Auch die regelmäßigen Treffen mit dem Vorstand des Orchesters zum beidseitigen Austausch über Wahrnehmungen, Sorgen oder auch über Wünsche hätten nicht stattfinden können. Lediglich ein „abstandswahrendes“ Kennenlern-Gespräch mit dem künftigen Intendanten Tung-Chieh Chuang habe am 9. Oktober 2020 stattgefunden.

        Vorangetrieben habe der Vorstand jedoch die von ihm initiierte Anschaffung von Podesterie-Elementen. Am 10. Dezember 2020 sei im schriftlichen Abstimmungsverfahren die Beauftragung zum Bau von 10 Resonanz-Podesten für Kontrabässe und Celli  samt dreier Transportkisten beschlossen worden. Die Lieferung seitens der Bremer Firma „Resonanzio“ sei am 8. März 2021 erfolgt. (Über die Übergabe wird auf dieser Seite an anderer Stelle berichtet.)

        Rechtzeitig vor Ablauf des Nachjubiläumsjahres 2020 seien 1.500 gedruckte Exemplare „100 Jahre Bochumer Symphoniker – Dokumentation einer Ausstellung zur Geschichte des Orchesters“ ausgeliefert und an alle Mitglieder des Freundeskreises, aktive und ehemalige Musikerinnen und Musiker, die Direktion sowie dem Orchester nahe stehende Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung und Kultur verteilt worden. Die durchweg freudigen Reaktionen hätten insbesondere die beiden Initiatoren, Frau Elisabeth Röthel und Herrn Dr. Klaus Schimmelpfennig, sehr erfreut. (Auch hierüber wird auf dieser Seite separat berichtet.)

        Der Vorsitzende sprach dann noch die Bestrebungen an, ein exklusives Vorkaufsrecht der Freundekreis-Mitglieder für BoSy-Konzerte einzurichten. Dies werde, nachdem Einigung mit den betroffenen Gremien erzielt worden sei, vorangetrieben werden, sobald die Rahmenbedingungen es zulassen.

        Abschließend dankte er allen, die sich für den Freundeskreis engagiert haben, und endete mit einem hoffnungsvollen Vorausblick auf den neuen Intendanten Tung-Chieh Chuang und die hoffentlich bald wieder möglichen Begegnungen im Musikforum.

        Der Bericht des Schatzmeisters Dr. Klaus Schimmelpfennig über das Geschäftsjahr 2020 sowie der Bericht der Kassenprüfer (keine Beanstandungen) wurde den Mitgliedern zusammen mit den anderen Unterlagen für das schriftliche Verfahren zugeleitet. Hier wird der Kassenbericht tabellarisch wiedergegeben:

        Vermögen am 31.12.2019

        50.590,26

        Einnahmen 2020

         

        Beiträge 2020

        15.200,00

         

         

         

        periodenfremde Beiträge

             200,00

         

         

         

        Spenden

        17.938,69

         

         

        Sonderspenden anlässlich eines Trauerfalles   1.325,00

         

        Kapitalerträge

             0,00

        34.663,69

        Ausgaben 2020

         

        Verwaltungskosten

          2.332,93

         

         

         

        Mitgliederbetreuung, -werbung

          2.313,97

         

         

         

        Kosten Geldverkehr, Postfach u. ä.

             226,51

         

         

         

        Rechts- u. Beratungskosten

             207,41

         

         

         

        Förderungen

         14.737,67

        19.818,49

        Vermögen am 31.12.2020

        65.435,46

        Das formelle Protokoll der 48. Mitgliederversammlung lautet wie folgt:

        Grundlage für eine Mitgliederversammlung in schriftlicher Form ist das „Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht vom 27. März 2020“ § 5 Abs. 3: „Abweichend von § 32 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist ein Beschluss ohne Versammlung der Mitglieder gültig, wenn alle Mitglieder beteiligt wurden, bis zu dem vom Verein gesetzten Termin mindestens die Hälfte der Mitglieder ihre Stimmen in Textform abgegeben haben und der Beschluss mit der erforderlichen Mehrheit gefasst wurde.“

        Die Beschlussfassung im schriftlichen Abstimmungsverfahren ist somit zulässig, wenn mindestens die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder in Textform (per Fax, E-Mail oder Brief) tatsächlich ihre Stimme zu der Beschlussvorlage gegenüber dem Verein zu Händen des Vorstands abgegeben haben (Mindestquorum). Der Verein muss gegenüber den Mitgliedern eine terminliche Frist für die Stimmabgabe festsetzen. Die Gesetzesbegründung zu § 5 Absatz 3 enthält für diese Fristsetzung keine Hinweise. Es ist aber anzunehmen, dass die Frist einen angemessenen Zeitraum umfassen muss. Wann eine Angemessenheit der Fristsetzung vorliegt, ist je nach Art und Größe des Vereins im Einzelfall zu entscheiden.

        Mit Bezug auf das oben genannte Gesetz wurden am 08.04.2021 schriftliche Einladungen unter Beifügung

        ·         des Berichtes über das Geschäftsjahr 2020,

        ·         des Kassenberichtes für das Geschäftsjahr 2020,

        ·         des Berichtes der Kassenprüfer für das Geschäftsjahr 2020

        ·         der Neufassung der Satzung

        ·         einer Erläuterung zur Neufassung der Satzung

        ·         des Stimmzettels zur schriftlichen Beschlussfassung

        an alle Mitglieder des Freundeskreises zur Förderung der Bochumer Symphoniker verschickt. Die Frist für die Rückmeldung wurde in angemessener Dauer für die Antwort auf den 07.05.2021 festgelegt. Der Freundeskreis hat 646 Mitglieder (Stand 08.04.2021).

        Am 07.05.2021 lagen 357 Rückmeldungen vor. 55,3 % der Mitglieder haben somit abgestimmt. Alle Stimmzettel waren gültig. Das gesetzlich vorgeschriebene Quorum für eine erfolgreiche Mitgliedersammlung im schriftlichen Verfahren ist damit erreicht.

        Im Einzelnen ist das Abstimmungsergebnis wie folgt (in Klammern jeweils: Ja / Enthaltung / Nein):

        • TOP 1. Feststellung der Tagesordnung: Die in der Einladung zur Tagesordnung vorgeschlagene Tagesordnung wird akzeptiert. (357 / 0 / 0)
        • TOP 2. Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr: Der der Einladung zur Mitgliederversammlung beigefügte Bericht wird akzeptiert. (356./ 1 / 0)
        • TOP 3. Kassenbericht: Der der Einladung zur Tagesordnung beigefügte Kassenbericht wird akzeptiert. (356 / 1 / 0)
        • TOP 4. Bericht des Kassenprüfers: Der der Einladung zur Tagesordnung beigefügte Bericht des Kassenprüfers wird akzeptiert. (355 / 2 / 0)
        • TOP 5. Neufassung der Satzung: Die Neufassung der Satzung wird genehmigt. (354 / 2 / 1)
        • TOP 6. Entlastung des Vorstandes: Auf der Grundlage des Geschäftsberichtes für 2020 und des Berichts des Kassenprüfers wird dem Vorstand Entlastung erteilt. (355 / 2 / 0)

        Für eine Zustimmung zur Änderung der Satzung sind nach § 11 der bisherigen Satzung 2/3 der abgegebenen Stimmen, also 235 Ja-Stimmen erforderlich. Tatsächlich mit „Ja“ haben gestimmt: 354 Mitglieder. Der Satzungsänderung wurde somit zugestimmt. 

        Anmerkung: Die Neufassung der Satzung wird nunmehr beim Finanzamt zum Zwecke der steuerlichen Genehmigung eingereicht werden, und ein Notar wird die Eintragung ins Vereinsregister veranlassen. Erst dann ist die Neufassung gültig, und wir werden sie in unsere Homepage übernehmen.

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        Letzte Änderung: 01.07.2021